Kleine Bettlektüre

So als frischer Vegetarier mit dem Ziel in Richtung veganer Ernährung zu tendieren, da hat man es ja bekanntlich nicht leicht. Nun meine ich nicht die anderen. Das eigene Ego, von unzähligen nicht gut zu heißenden Tatsachen getrieben, ist man schneller als man denkt in einem nicht angenehemen Modus Operandi. Was will man auch, bei der Menge an negativen Einflüssen des Fleischkonsums kann man nur schlecht über seine eigene Vergangenheit und die Gegenwart der anderen urteilen. Die Diplomatie ist meist schnell zu Ende wenn man die immer wiederkehrenden blöden Fragen beantworten darf, deren Antworten doch eigentlich jedem bekannt sein sollten. Denkt man, weil man ein falsches Maß ansetzt.

Ich werde demnächst auf der Veggie World an einem Stand, ratet mal wo, aushelfen und ich bin gespannt auf die, die wie ich vor nun gut drei Jahren dem Fleisch abgeschworen haben. Voller Enthusiasmus werden sie stürmen und vegan statt vegetarisch rufen und wehe dem der eine Wurststulle raus zieht.  Ach das wird herrlich.

Aber kann man denn jemanden verurteilen der durch die Gesellschaft, durch die Erziehung und eben sein ganzes Leben auf Fleisch getrimmt wurde? Ist es statthaft zu unterstellen man mache sich keine Gedanken um die Zukunft seiner Kinder, des Planeten und allem voran das Leben der Kreaturen die vor einem auf dem Teller liegen.

Ich meine ja. Ab einem gewissen Alter und der heute stattfindenden Aufklärung, solle auch der Dümmste es so langsam kapiert haben, dass es so nicht weitergeht. „So“ bedeutet – im Überfluss, ohne die Konsequenzen zu beachten, rücksichtsloses globalisiertes Ausbeuten und schön brav einmal im Jahr eine kleine Spende in Richtung der 3. Welt.

Wer nun denkt „der hat eine an der Klatsche“ – na bitte, dann denk das eben. Wer sich aber seit langem Gedanken macht, warum ist das Fleisch so billig, warum die Skandale und warum muss man wirklich jeden Tag Fleisch, Fisch oder Wurst auf dem Teller haben, dem empfehle ich diesen Bericht.

 

 Den Fleischatlas der Heinrich Böll Stiftung gibt es hier Fleischatlas

 

Vielleicht führt Dich dann der nächste Gang nicht mehr in den Supermarkt oder zum Metzger, sondern Du suchst Dir einen Fleischerzeuger mit Rückgrat, bei dem Tiere ein gutes Leben bis hin zu ihrem schnellen Tod führen dürfen. Es gib sie! Schön wäre natürlich Dein Griff nach vegetarischer Kost, ich meine ich zeige das es geht. Und dann gönn Dir eben ab und an ein wirklich „gutes“ Stück Fleisch bei dem Du Dein Gewissen und die Zukunft nicht belasten musst.

 

In diesem Sinne, ein schönes Wochenende!

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