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Die Thermomix Story oder 1000 Euro für den Arsch

Hallo zusammen!

April 2015: Aus gegebenem Anlass habe ich ein paar kleine Updates eingefügt.

Wäre auch nur eins der Versprechen seitens des Herstellers richtig, dann hätte er, der TM31,  mir eventuell etwas Arbeit abgenommen. Aber nun steht er da und wartet darauf  dass ich ihn zur Post bringe um einem neuen, hoffentlich glücklichen Besitzer eine Freude zu bereiten. Nein, ich hege keinerlei Schadenfreude, denn die Ansprüche an ein Küchengerät sind eben unterschiedlich.

Aber zum Gerät. Soll ich es kurz machen? Nein, das wäre zu banal einfach zu sagen „das Ding taugt nix“ oder „wer den Thermomix gut und praktisch findet hat nie wirklich kochen können“. Ich wähle die lange Variante und beginne dort wo alles begann…..

„Hey, wir können einen Thermomix ganz billig bekommen“ sagte meine Frau als sie eines schönen Abends im Frühling nach Hause kam. „Was ist bitte billig“ fragte ich. Naja, die Vorwerk Tante ist neu im Geschäft und gibt einige Geräte zu ihrem EK weiter, also schiebt uns ihre Provision durch. Und wie hoch ist die? Keine Ahnung! Ok, das ist doch mal ne gute Basis um ein Schnäppchen zu machen.

In der Hoffnung, Vorwerk lässt seinen Verkäufern/innen einen fürstlichen Bonus zukommen, bestellen wir einen Thermomix TM31 inkl. 2er Kochbücher.

Bis dorthin hatte ich bereits vieles über das Gerät gelesen und von unzähligen Nutzern nur Lobeshymnen zu hören bekommen. Von Natur aus bin ich allerdings immer skeptisch wenn so viele ein so teure Gerät über den Klee loben und keine einzige schlechte Eigenschaft erkennen. Ich kann euch sagen, es hat 15 Minuten gebraucht und ich hatte mindestens 3 zusammen.

Und so warteten wir und ich verschlang n der Zwischenzeit die verschiedenen Tipps und Rezepte die ich im Netz finden konnte. Ich muss dazu sagen, ich liebe Suppen über alles und mir ist bereits zu dem Zeitpunkt klar, der TM31 kann alles solange es eine Suppe ist.

Tataaaa! Es war schon fast Weihnachten und da kam doch glatt ein Packerl mit dem wir so gar nicht mehr gerechnet hatten. Traritrara der Thermomix ist da. Ich musste umgehend auspacken und ließ alles stehen und liegen. Ressourcenschonende Verpackung finde ich gut. Pluspunkt 1.

Unpacking!

Es gibt ja für jeden Mist ein Unpacking Video auf Youtube und so natürlich auch für den TM31. Nein ich werde kein Video einbinden. Eine Suchmaschine Deiner Wahl verwenden und schon wirst Du fündig.

Das Gerät macht einen wirklich sehr wertigen Eindruck und das Design ist, für ein modernes Küchengerät, in Ordnung. Ich liebe zwar den Retrokitsch ala Kitchen Aid aber so ein bisschen Ufo in der Küche – warum nicht.

Die Messer, Der Behälter, alles wirklich hochwertig. Sieht fast so aus als sei der Mix/Kochbehälter von Hand geschweißt was den Preis erklären würde.

Nun gut, ich war erstmal froh das die Sichtung mich doch positiv stimmte und wieder an die Arbeit. Heute Abend werde ich Dich entjungfern – ja!

Nach ein paar Stunden Arbeit war es dann soweit. Der Thermomix stand vor seinem Herrn und musste die Hosen runterlassen. Folgende Qual listete ich:

 

– Zwiebeln schneiden

– Nüsse hacken

– Gemüse zerkleinern

– Eine Suppe kochen

– Eis crunchen / Puderzucker herstellen

 

Zwiebel schneiden

Geht es nach der Anleitung sowie den Kochbüchern, dann muss das Zwiebelschneiden eine wahre Freude sein. Und so nehme ich zwei Zwiebeln, schäle sie und zerteile sie, gemäß der Anleitung, in grobe Teile. Dazu sei gesagt, ich verarbeite eine halbe Zwiebel, per Hand, innerhalb von 6 Sekunden zu feinsten Würfelchen. Eine Ganze dürfte ca. 20 Sekunden dauern.

Zwiebelstücke in den Thermomix und Mix it Baby. 5 Sekunden auf Stufe XYZ und gut. „What to hell!“ Das Teil ist laut, das Teil ist extrem laut. Wenn ich daneben unsere 20 Jahre alte Bosch Maschine betreibe, klingt der Thermomix wie ein Düsenjet.

Deckel runter und ein Blick in den Topf.

Note 6

Die Zwiebeln sind Matsch, die „Stücke“ von nicht gleichmäßiger Größe und man kann die Oxidation schon riechen. Für ZigZigZillis Nutzer ein gewohntes Bild, für den leidenschaftlichen Hobbykoch eine echte Katastrophe. Und nein, ich habe den TM31 richtig bedient!

 

Nüsse hacken

Haselnüsse in den Mixer und entsprechend der Anleitung gehackt. Man hat die Wahl zwischen ungleichmäßig groben Stücken, ungleichmäßig mittelgroßen Stücken oder Nussmatsch.

Je nach Einsatzzweck der Nüsse würde ich eine 4 (ausreichend) bis 5 (mangelhaft) geben. Das Ergebnis ist genauso schlecht wie bei den Zwiebeln nur das es bei Nüssen nicht so viel ausmacht.

 

Gemüse zerkleinern

Ich erspar mir das Geplapper von wegen dem Schälen usw. Das Ergebnis ist für die Vorbereitung zu einer Suppe gerade noch zu akzeptieren. Auch hier geht es eher in Richtung gehäckselt als geschnitten. Für ein grobes Hacken und die anschließende Weiterverarbeitung ist das Ergebnis nicht gut. Es kommt einem vor als sei das Messer stumpf oder die Geschwindigkeit zu langsam. Beides ist nicht der Fall, die Bedienung wie vorgeschrieben und bei allem ist das Gerät einfach nur laut.

Für das Gemüse gibt es, auch wieder abhängig von der Weiterverarbeitung, eine

4 bis 5.

 

Eine Suppe kochen

Ich hab Zwiebeln, ich hab Gemüse, also lasst uns eine Gemüsesuppe kochen. Ihr werdet verstehen, dass ich mir neue Zwiebeln geschnitten habe und nicht den MixMatsch genommen habe.

Öl in den Thermomix, Zwiebeln dazu und auf andünsten lassen bei gleichzeitigem Rühren.

Oha, das ist geil. Die Zwiebeln können ohne Aufsicht andünsten und keine wird dabei braun. Naja, logisch wenn sie vom Rührwerk alle an die Seitenwand geschoben werden. Also bleibt man dabei stehen und schiebt sie mit dem mitgelieferten Schieber so alle 30 Sekunden wieder zurück. Die Zwischenzeit (die 30 Sekunden) kann man hervorragend dazu nutzen kurz in der Nase zu bohren oder ein Glas Wein zu kippen um das hier alles zu verkraften.

Die Zwiebeln sind angedünstet und ich gebe das kleingehäckselte Gemüse dazu. In den ganzen TM-Rezepten wird immer mit gekörnter Brühe gekocht. Zu allem und jedem wird die Glutamatbombe eingesetzt – grausig. Wenn ich eine Gemüsesuppe mit Gemüse koche, dann brauch ich keine Gemüsebrühe zuführen, außer mein Geschmacksempfinden ist durch den ganzen Aromascheiss bereits nicht mehr existent. Eine Prise Salz und Pfeffer sollte bei gutem Gemüse vollkommen ausreichend sein.

Wie eine Suppe nachher schmeckt ist hier eigentlich egal. Bei 80% der Rezepte in den mitgelieferten Rezeptbüchern kann ich, unter Einsatz meines Hab und Gutes, sagen „das kann nicht schmecken“ nur wenn ich die Zubereitung und die Zutaten lese. Aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich unterschiedlich auch wenn ich das oft nicht glauben mag.

Ok, die Suppe ist soweit das ich den Vorteil eines Thermomix voll ausnutzen könnte. Die Suppe rührt automatisch für 20 Minuten und ich kann in der Zeit Klavier spielen oder mir ein gutes Buch nehmen. Dazu muss ich sagen, wir haben eine offene Küche bzw. ein komplett offenes Geschoss und der Lärm der vom Thermomix erzeugt wird stört, nervt, ist massiv zu laut und überhaupt warum muss dieses Gerät solchen Krach machen? Selbst wenn ich in der Küche weiterarbeite nervt der Krach. Eine Unterhaltung neben einem TM31 zu führen artet in Stress aus. Auch hier zeigt das Gerät wieder, dass die angepriesenen Vorteile für den Boppes sind. Außer man kann die Türe hinter sich zu machen. Laut genug piepst das Teil ja wenn der Countdown abgelaufen ist.

Im Rezept steht noch Käse zugeben. Wie in so vielen Rezepten Käse steht. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass mit sinkendem Anspruch der Deutschen an das Essen, der Konsum von Käse zunimmt. Very British! Obwohl die Briten sich seit einiger Zeit in die andere Richtung bewegen.

Das mit dem Käse war keine so gute Idee wie sich später rausstellte, aber hey – es stand im Rezept von Vorwerk so drin.

Die Suppe war nach Anleitung fertig. In Wirklichkeit war das Gemüse noch ziemlich roh und dem ganzen fehlte es gehörig an Pfiff. Ok, im Original regelt die Gemüsebrühe und das Glutamat – schrecklich. Ich lasse es noch etwas weiterkochen und versuche nochmals den Mixer zu nutzen um das Gemüse feiner zu pürieren. Im Normalfall hätte ich den Zauberstab genommen und wäre kurz durch den Topf gejettet. Aber im TM geht das natürlich nicht.

Tut das bitte nicht! Nicht den Mixer einschalten während der Topf halbvoll mit Suppe kocht. Nein, es hat nichts raus gespritzt, dazu ist der Deckel ja recht dicht. Der TM31 hat getanzt wie ein Harlekin an Fastnacht. Wenn da ein Kind in der Nähe ist und das Teil über die Kante tanzt – Gute Nacht. Wobei man hier sagen muss, der Deckel mit seiner Arretierung hält dicht in jeder Situation. Der Deckel des Einfüll- oder Kontrolllochs allerdings nicht.

Tanz beendet und die Suppe gegessen. Naja, ich hab sicher schon mal schlechtere Suppen gegessen, erinnern konnte ich mich allerdings nicht. Das kann man aber sicher mit ein wenig Training in einem der vielen TM-Kochkurse (schmeiß das rein, stell auf 8 und Du kannst kochen) besser machen.

Oh Schreck!

Die Suppe ist leer und es offenbart sich Schreckliches. Der zugegebene Käse hat sich nicht wirklich verteilt sondern sich am Boden abgesetzt und hängt schön in den Messern. Wasser rein, Spülmittel rein und bei etwas Hitze rühren lassen.

Der zugegebene Käse hat sich nicht wirklich verteilt sondern sich am Boden abgesetzt und hängt schön in den Messern. Ihr merkt, die Aktion hat rein gar nichts gebracht. Spülmaschine wollte ich dem Teil nicht zumuten da spätestens jetzt klar war, das Teil wird schnellstmöglich wieder abgestoßen.

Von Hand mit dem Schwamm aufwendig gereinigt. Die Spülmaschine hätte das nie und nimmer sauber bekommen.

Für Suppe, Handling, Lärm und Reinigung bekommt der Thermomix ein glatte 5, ein mangelhaft. Denn ein Gerät für über 1000,- darf so nicht sein.

 

Eis crunchen und Puderzucker machen

Mir klingt es noch richtig in den Ohren wie jemand sagte „aber damit kann man so toll Puderzucker machen“. Oha, eine 1000 Euro Maschine um Puderzucker herzustellen. Wer hat der hat!

Natürlich wollte ich sehen ob das geht. Und ja es geht. Zumindest der Anteil Zucker der in Berührung mit einem der Messer kommt. Wenn man lange genug „zuckert“ dann wird das echt Puderzucker. Das ist echte Rocket Science, ich bin aber so was von platt, das ist echt hammergeil. Nein, ich behalte Dich Du tolle Maschine, nur wegen dem Puderzucker.

Danach mal kurz getestet. In meinem Mörser kann ich viel schneller Puderzucker machen :-)

Dasselbe gilt auch für Eis. Jepp, das funktioniert

Dafür gibts eine 2-3

weil es schon recht lange dauert und wenn ich bedenke, hier wird Strom verbraucht und das Gerät will danach gereinigt werden, dann ist das nicht mehr ganz so schön.

 

Mein Fazit

Also ich hoffe ja, dass alle die einen Thermomix besitzen und mir gegenüber irgendwann einmal erwähnt haben wie super toll das Teil ist, dies hier nicht lesen. Wenn doch dann seid nicht  böse und relativiert eure Meinung oder meinen Bericht hier (wahlfrei) bitte.

Wer findet dass ein Thermomix eine tolle Küchenmaschine ist, der hat keine Ahnung was eine gute Küche wirklich bedeutet. Wer den TM lediglich als Mixer verwendet, ja das kann er wirklich super gut und laut und für 1000,- ist das ja auch ein Schnäppchen.

Ich würde mir wünschen, dass die Menschen ihr Ego beiseiteschieben und objektiv ihre Entscheidungen, ihre Meinungen betrachten. Wenn mein Auto, mein Mixer oder mein sonst was nix taugt und ich viel Geld dafür bezahlt habe, dann brauche ich ihn nicht verteidigen. Dadurch wird nichts besser und andere fallen in dieselbe Falle.

Unser TM31 ist bereits verpackt und versteigert und wird von mir direkt nach diesem Artikel zur Post gefahren. Ich  hoffe nur, die neue Besitzerin hat niedrigere Ansprüche an eine 900,- Küchenmaschine.

 

Und zu guter Letzt, ich find es klasse das ich nun mitreden kann und nicht mehr eingestehen muss, dass ich ja noch nie mit so einem Teil hantiert habe. Noch viel besser ist es, dass sich meine Urteile über die Funktionen ALLE bestätigt haben. In diesem Sinne…

Guten Appetit!

Veggie World 2013 – Kleine Nachlese

Nachlese ist gut, hatte ich doch vorab nichts geschrieben. Aber dennoch habe ich auch in diesem Jahr die Veggie World besucht. Nur war ich diesmal auf der Seite der Aussteller und davon würde ich euch gerne berichten.

Gespannt war ich auf die intensiven Diskussionen mit Veganern und Omnis. Man muss natürlich wissen, dass die Veggie World eine parallele Veranstaltung zur Paracelsus Messe ist. Die Paracelsus Messe ist schnell beschrieben.

„Früher hätte man Gauklermarkt dazu gesagt“

Dementsprechend ist das Publikum gemischt. Veggies aller Couleur,  Wunderheiler und Lämmer die ihr Portemonnaie wohlwollend zur Schlachtbank führen.

Aber zur Veggie World!

Die Besucherzahlen kamen mir üppiger vor. Wobei dies durch den geänderten Blickwinkel durchaus täuschen kann. Die Bedrohlichkeit der Massen bekommt man immer dann zu spüren wenn man frisches Fleisch ähm sorry, ich meine natürlich frische Probierstückchen der köstlichen Produkte auflegt. Dann fühlt man sich mitunter wie in einem alten Zombie Film. Wir hinter der Theke und die Zombies bewegen sich langsam aber bestimmt auf uns zu. Lach – nicht böse sein, aber der Anblick der Augen die lüstern auf  Hackbällchen und Nuggets blicken ist schon verdammt nahe an der Supermarktszene aus Zombie Teil 2.

Veganer sind lässig! Puuh, hatte ich doch gedacht mehr Diskussionen um Ei-Anteil oder meine alten Lederschuhe führen zu müssen. Weit gefehlt! Veganer sind im Großen und Ganzen eher lässig unterwegs und schieben hier und da auch schon einmal ein Stückchen in den Mund und fragen danach was sie denn da gegessen hatten. Ganz schön mutig so mit „Fleisch ist Mord“ auf dem Rücken und einem „V“ in der Haut.

Viele Menschen hatten keine Idee wie gut vegetarische und vegane Produkte schmecken können. Naja, vieles auf der Messe ist, wie uns zigmal berichtet wurde, eine Zumutung für den Gaumen. Nicht die wirklich leckeren frisch zubereiteten Gerichte; Die Fast (schnell)- oder Fertig- oder auch Halbfertigprodukte sind es bei denen sich einem vermehrt der Magen umdreht. Noch immer! Leckere Ausnahmen gab es natürlich auch. Ein Apfel ist ja eh vegan – wir reden im Prinzip immer von Convenience, Fleisch, Käse, Wurstalternativen – Fast Food eben.

Meine Erklärung: Wenn Veganer produzieren dann soll das Endprodukt nicht zwangsläufig nach dem schmecken nachdem es aussieht was ich grundsätzlich sehr gut finde. Das täuscht aber und die Psyche der Omnis spielt den Streich negativ zurück. Wenn etwas nach Wurst aussieht, dann sollte es auch so schmecken – sagt der Kopf. Ich meine darunter leiden viele eigentlich gute Produkte sehr stark.

Zu kosten gab es wieder vieles. Angeboten wurde üppig und am Ende fühlte man sich eher wie in einem großen Supermarkt. Aber so sehen Messen heutzutage aus. Die materiellen Lüste werden befriedigt und man geht vom vielen probieren mit Sodbrennen und zusätzlichem Übergewicht nach Hause. Oder man übergibt sich wie man bei einer nicht zu unterschätzenden Anzahl, vornehmlich weiblicher Besucher, annehmen konnte.

Naja, nicht alle. Ich meine die VeggieWorld, und ich wiederhole mich hier, ist die Messe mit den schönsten Frauen. Natürlichkeit, Freude und Intellekt sind eben more sexy als alles andere.

Alles in allem fand ich die Leute sehr nett, überrascht und offen. Teils durfte ich erstaunte Blicke in den Augen von Fleischessern erleben und wohlwollende Anerkennung für den Geschmack der Produkte entgegen nehmen. Klasse!

Bis 2014!

Kleine Bettlektüre

So als frischer Vegetarier mit dem Ziel in Richtung veganer Ernährung zu tendieren, da hat man es ja bekanntlich nicht leicht. Nun meine ich nicht die anderen. Das eigene Ego, von unzähligen nicht gut zu heißenden Tatsachen getrieben, ist man schneller als man denkt in einem nicht angenehemen Modus Operandi. Was will man auch, bei der Menge an negativen Einflüssen des Fleischkonsums kann man nur schlecht über seine eigene Vergangenheit und die Gegenwart der anderen urteilen. Die Diplomatie ist meist schnell zu Ende wenn man die immer wiederkehrenden blöden Fragen beantworten darf, deren Antworten doch eigentlich jedem bekannt sein sollten. Denkt man, weil man ein falsches Maß ansetzt.

Ich werde demnächst auf der Veggie World an einem Stand, ratet mal wo, aushelfen und ich bin gespannt auf die, die wie ich vor nun gut drei Jahren dem Fleisch abgeschworen haben. Voller Enthusiasmus werden sie stürmen und vegan statt vegetarisch rufen und wehe dem der eine Wurststulle raus zieht.  Ach das wird herrlich.

Aber kann man denn jemanden verurteilen der durch die Gesellschaft, durch die Erziehung und eben sein ganzes Leben auf Fleisch getrimmt wurde? Ist es statthaft zu unterstellen man mache sich keine Gedanken um die Zukunft seiner Kinder, des Planeten und allem voran das Leben der Kreaturen die vor einem auf dem Teller liegen.

Ich meine ja. Ab einem gewissen Alter und der heute stattfindenden Aufklärung, solle auch der Dümmste es so langsam kapiert haben, dass es so nicht weitergeht. „So“ bedeutet – im Überfluss, ohne die Konsequenzen zu beachten, rücksichtsloses globalisiertes Ausbeuten und schön brav einmal im Jahr eine kleine Spende in Richtung der 3. Welt.

Wer nun denkt „der hat eine an der Klatsche“ – na bitte, dann denk das eben. Wer sich aber seit langem Gedanken macht, warum ist das Fleisch so billig, warum die Skandale und warum muss man wirklich jeden Tag Fleisch, Fisch oder Wurst auf dem Teller haben, dem empfehle ich diesen Bericht.

 

 Den Fleischatlas der Heinrich Böll Stiftung gibt es hier Fleischatlas

 

Vielleicht führt Dich dann der nächste Gang nicht mehr in den Supermarkt oder zum Metzger, sondern Du suchst Dir einen Fleischerzeuger mit Rückgrat, bei dem Tiere ein gutes Leben bis hin zu ihrem schnellen Tod führen dürfen. Es gib sie! Schön wäre natürlich Dein Griff nach vegetarischer Kost, ich meine ich zeige das es geht. Und dann gönn Dir eben ab und an ein wirklich „gutes“ Stück Fleisch bei dem Du Dein Gewissen und die Zukunft nicht belasten musst.

 

In diesem Sinne, ein schönes Wochenende!

Quiche mit vegetarischem Speck

So eine Quiche ist schon was leckeres. Früher hab ich die mit Speck gemacht und das war definitiv lecker. Heute gibt es Speckjes oder Krpjes oder wie die Teile auch immer heißen mögen. Vegetarische Speckstreifen. Erst war ich skeptisch und hab die Teile mal in verschiedenen Varianten zubereitet. Als ich kurz weg war, waren sie alle weg. Meine Frau fand sie oberlecker und hat ratzfatz meine Testkandidaten genascht :-)

Urteil von uns beiden, eine echte Bereicherung der vegetarischen Küche. Und weil das so gut ankam, gleich mal in Aktion in einer super leckeren Quiche.

Die Teile in viel Öl langsam knusprig braun anbraten und vor der Weiterverarbeitung in einer Quiche unbedingt abkühlen lassen.

Guten Appetit!

Und wieder im Lande

Nach einem ziemlich verregneten und kalten Bretagneurlaub sind wir einigermaßen froh wieder zu Hause angekommen zu sein. Wenn man schon das meiste in einer Region kennt, dann ist schlechtes Wetter echt übel. Da bleibt einem ja nichts ausser zu lesen, zu essen und zu trinken. Alles drei haben wir ausgiebig gemacht, was sich nicht gerade positiv auf mein Gewicht ausgewirkt hat. Aber hey, Urlaub in Frankreich kann nicht ohne Auswirkungen auf die Figur  zu Ende gehen, dann wäre was falsch gelaufen.

Ein wenig Brot, gutes Weißbrot mit etwas Öl, Bärlauchpesto und Kürbiskernmus bringt einen nach der langen Fahrt wieder auf Trab.

Wir haben dieses Jahr sehr viel leckeres Gemüse auf dem Speiseplan gehabt. Während die Panikmacher in Deutschland mit EHEC fette Kasse machten, haben wir uns Tomaten, Gurken und anderes Gemüse roh oder zubereitet schmecken lassen.

Etwas wirklich leckeres war eine Kreation aus jungen violetten Artischocken. Dazu den Artischocken 1/3 von oben abschneiden, die Blattspitzen rundum kappen und den Stiel am Bodenrand abschneiden. Nun in der Mitte halbieren und alle Schnittstellen gleich mit Zitronensaft einreiben.

Das Stroh mit einem Teelöffel herausstechen und auch hier gleich etwas Zitrone aufträufeln. Nun in einer feuerfesten Form auf die Blattseite legen und mit ordentlich Wein angießen. Dazu gut Olivenöl, Salz, Pfeffer und blaue Zwiebeln obenauf. Zum Schluß mit Rosmarin abdecken und so in den heißen Grill oder Backofen. Nach 20 Minuten etwas Wein nachgießen sofern dieser verdampft ist und nach weiteren 20 Minuten sollte die Flüssigkeit verdampft sein und die Artischocken braten im Olivenöl. Alle umdrehen und nochmals etwas Wein angießen und für weitere 20 Minuten im Grill / Backofen lassen. Sie sollten auf der Schnittseite leicht anbraten und fertig.

Mit etwas Vinaigrette oder einer Knoblauchmayonaise ein Gedicht!

Apropos Mayonaise. Wir hatten den Wagen mit allerlei veganem Futter beladen sowie mit Eiern von den uns bekannten Hühnern. Die Eier haben wir aufgebraucht, das vegane Futter blieb weitestgehend unangetastet dank den frischen Gemüsen, den wunderbaren Artischocken usw.

Naja, wir haben auch Käse gegessen und den ultimativen Test durchgeführt. Mir hat es die letzten fast 2 Jahre keine Ruhe gelassen und ich wollte unbedingt wissen wie das mit dem Fleisch so ist, schmeckt es wirklich, ekelt es mich oder wird etwas vollkommen unerwartetes geschehen, wenn ich ein Stück Fleisch esse.

Mit diesen Gedanken habe ich ein Stück eines Limousinrindes gekauft welches sein Leben im Freien, in Mutter/Kalb-Haltung verbringen durfte. Das war mir schon wichtig obgleich am Ende der Tod und Tonnen an Gülle übrig bleiben.

Ein Stück Entrecote erster Klasse. Perfekt abgehangen und auf dem Grill medium zubereitet. Ein Fleischfresser würde perfekt dazu sagen.

Der erste Biss war ungewohnt und gleichzeitig überraschend. ich kann nicht sagen das es nicht geschmeckt hat aber schon beim zweiten Bissen hat sich, neben dem Geschmack von Fleur de Sel, Pfeffer und Röstaromen, ein schaler Trangeschmack breit gemacht der, nach weiteren Bissen, nur noch Langeweile verbreitete.

Das kann nur die Gewohnheit gewesen sein, daß ich früher dachte „dies ist der ultimative Genuss“. Das ist er definitiv nicht und ich kann nur allen „Fleischliebhabern“ raten ihren Horizont zu öffnen und von ihrem schmalen Brett runter zu springen.

Allerdings hat mir dieser Versuch ein doch schlechtes Gewissen bereitet und es hat 2, 3 Tage gedauert bis ich die Erfahrung verdaut hatte. Ach übrigens, die Verdauung hat auf dieses Stück mit früher öfters bekannten, üblen Gerüchen reagiert, die ich seit nun fast 2 Jahren nicht vermisst habe.

Der zweite Versuch war Fisch. Es ist mir früher schon immer schwerer gefallen auf Fisch als auf Fleisch zu verzichten und so kam auch ein Stück Seeteufel auf den Grill.

Im Lauch gegrillt und mit einer hellen, altbewährten Soße (Noily Prat, Gräten, Gemüse usw.). Dazu Kartoffeln, ebenfalls vom Grill, sowie eine Aubergine.

Und was soll ich sagen, im Vergleich zum Entrecote hat der Fisch wirklich lecker geschmeckt. Obgleich die Soße den eigentlichen Fisch übertraf. Aber ohne Fisch keine solche Soße.

Dazu haben wir noch ein paar gegrillte Jakobsmuscheln versucht (kein Bild). Eine langweilige Geschichte die eigentlich ausser ihrer Exklusivität, da teuer, nichts zu bieten hat. Naja, so ist es eben vielfach, man denkt es müsste schmecken weil selten, teuer und ein paar geschmacklose „Gourmets“ leben vor wie langweilig man sein kulinarisches Leben gestalten kann. Auch den High-Class Champagner den wir dazu getrunken hatten hätte ich gerne durch einen einfachen Cremant von der Loire ersetzt.

Wahrscheinlich werden mich nun einige steinigen aber ich musste das versuchen um nun mit mir vollkommen im Klaren zu sein wie mein Weg ist und sein wird.

Eine ganz leckere Geschichte habe ich auf die Schnelle zubereitet indem ich, Olivenöl mit angedünstetem Knoblauch auf einem Brot verstichen habe, darauf ein wenig Reblochon verteilt habe und obenauf dicke gegrillte Gemüsescheiben (Zucchini, Aubergine, Tomate) gegeben habe. In den Backofen bis der Reblochon verlaufen ist. Geht garantiert auch mit No Muh Melty.

Einige Blätter Basilikum dazu und etwas roten Chicoré-Salat. Die rote Sorte ist kaum bitter und schmeckt eher süss und sehr lecker. Mal sehen ob ich den hier auch finde.

Noch etwas Öl, Salz und Pfeffer darüber und die zweite Brothälfte, eine Art französisches Fladenbrot von der schönen Bäckerin in Plouha, obendrauf.

Voilá, meine Frau war begeistert (vom Essen), ich auch (vom Essen und der schönen Bäckerin aus Plouha). So einfach, preiswert und definitiv ein megaleckeres Mahl.

Die Tarte!

Wenn man in Frankreich ist, ist eine, zwei oder mehrere Tartes Pflicht. Das klassische Teigrezept und eine Füllung aus Lauch, Spargel und diversen anderen Gemüsen. Tomatenscheiben obenauf und ab in den Backofen. Die Details kenne ich nicht mehr. Dazu einen Spargelsalat der, an einem der 3 schöneren Tage, so richtig gut passte.

Blanchierter Spargel, Tomate, Zwiebel, Avocado, Balsamico, Olivenöl und Parmesan.

Die gefüllten Champignons wurden mit einer selbstgemachten Auberginencreme (siehe Blog) gefüllt.

 

Fin en Ragout Fin

Ein Versuch der spontan entstand war meine vegetarische Ragout Fin Variante. Anstatt Fleisch kam hier kleingeschnittenes, angebratenes Seitan zum Einsatz. War ebenfalls sehr lecker auch wenn ich mich nicht mehr wirklich an das Rezept erinnere. Ich werde das bei Gelegenheit hier nachkochen und berichten. Es waren auf jeden Fall viele Champignons verarbeitet.

 

 

 

 

 

Die noch dampfende Artischocke gabs dazu mit einer Vinaigrette und obenauf einen Klecks Kräutercreme. Schöne Kombination, obgleich jedes für sich bereits mehr als satt machte.

Als Dessert gab es wieder etwas leckeres von der schönen Bäckerin aus Plouha:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht gesund, nicht vegan aber traumhaft lecker.

Ansonsten haben wir die Spaziergänge am Atlantik genossen und die Seele baumeln lassen. Ein paar Eindrücke der Landschaften, der Strände, der Stadt Morlaix….

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Mensch = Leben nicht wert!

Wer hat hier noch Appetit auf Wurst und Fleisch?

Die Tiere werden lebendig begraben weil es wirtschaftlicher ist als eine Tötung durch Strom, Schuß oder wie auch immer. Erst muß das Tier in übelsten Bedingungen aufwachsen umd durch diese, mit Maul- und Klauenseuche infiziert zu werden. Dann wird es auf bestialische Weise in den Tod gequält. Stunden, Tage, Wochen dauert es bis das letzte Schwein den Tod gefunden hat – betriebswirtschaftliche Vorteile!

Wer jetzt sagt, das Video ist aus Korea, hat Recht. Allerdings ist diese Verfahrensweise auch in unseren Breiten nicht unbekannt. Meist wird mit einem Bolzenschuß betäubt aber nicht getötet, bevor das Tier eingegraben wird oder, wie in Deutschland, verbrannt wird.

Ich schäme mich für diese Menschen!

VeggieWorld 2011

Nach der Messe ist vor der Messe oder wie? Die Veggie World ist noch nicht beendet und noch einen Tag lang bieten verschiedene Hersteller und Handelsunternehmen ihre Produkte feil. Das geht los beim klassischen Bio-Gemüse Abo über Saftpressen bis hin zu klassischem Convenience Food. Dazwischen ein paar Exoten die das Ganze ein wenig auflockern.

Alles in allem würde ich sagen – zu klein. Der weite Weg nach Wiesbaden war sicher nicht umsonst aber die Anzahl der Aussteller war nicht wirklich prickelnd. Doch Quantität soll ja bekanntlich nach der Qualität stehen und so haben wir uns auf die Besucher und Produkte konzentriert.

Man muss wissen, dass auf der parallel stattfindenden Paracelsus-Messe (eine Karte für beide Messen) vom Pendel bis hin zum Energiesparwunder für den meist gutgläubigen Rentner alles zu finden war. Neben einem Pyramidenstuhl der für Entspannung sorgen sollte, was aufgrund der Plexiglas-Sitzfläche doch wirklich schwer fiel, konnte man das Universum durch die Berührung eines Steins erfühlen. Naja, Glaube versetzt Berge und hier sicher den ein oder anderen Euro.

Interessant wer sich das Konzept ausdachte, diese beiden Messen zu kombinieren – denkt da jemand Vegetarier sind anfällig für esoterische Schnäppchen? Anscheinend ja. Aber auf jeden Fall hatten die Besucher beider Messen zu Mittag ordentlich Appetit und die Stände kamen kaum hinterher die hungrige Meute zu versorgen.

Erfrischend der kleine vegane Weinstand der Weine des Großhändlers Riegel.de aus Österreich zur Verkostung reichte. Vegan rulez und so probierte ich mich durch die Cote du Rhones, Corbiers und ein paar Spanier. Nicht schlecht, ein Blick zu Rieger empfiehlt sich definitiv wenn man auf der Suche nach veganem Wein ist. Keine Billigheimer (ab ca. € 5,-) aber durchaus lecker.  Weitere wirklich tolle Leckereien gab es auf den Ständen von Just-Natural sowie viele bekannte und leckere Produkte der Firma Vegusto. Auch die Oliven der Olivenmanufaktur Vita Verde waren zum Finger schlecken gut. Die Würste von Vegetalis haben mich erst durch ihr Äußeres, absolutes Fleisch Wurstoptik, abgeschreckt aber dann hatte ich doch probiert und geschmacklich recht lecker. Alles kann man natürlich nicht versuchen und so bleibt es wie immer – reine Geschmackssache.

Kritisch wurden einige Stände betrachtet die mit Slogans wie „Aus dem Besten der Milch“ warben die sie zumeist aus Massentierhaltungen beziehen. Seltsamer Weise war das Standpersonal wohl angemietet und hatte selbst irgendwie keine wirklichen Informationen über ihre Milchprodukte. Absicht? Genauso kritisch die Konzepte von Firmen wie Robin Food, welche schon allein durch ihren Namen das Gute vermitteln aber letztendlich nichts anderes machen, als Preise auf dem Biomarkt zu drücken unter dem Slogan „Bio für alle“. Sicherlich ist das alles uneigennützig und das Shop-Angebot der Webseite darf man erst nach Preisgabe seiner Registrierungsdaten einsehen. Tja, vegetarisch goes Industry und jeder will dabei ein wenig an uns mit verdienen.

Im Eingangsbereich ein riesiger Stand der „Glaubensgemeinschaft“ Universelles Leben mit Ihren ibi-Produkten die auch auf mindestens einem Stand im inneren der Messe auf ein zwar leckeres, aber mit 7,50 Euro doch happigem Sandwich mit ein wenig gebratenem Gemüse angeboten wurden. Naja der Winter war hart und die innere Religion muss ihre Heizöltanks wieder füllen. Das nächste Mal dann doch lieber einen Stand in der Wunderwelt der Paracelsusmesse?

Der Mix im Publikum war stark von der Paracelsusmesse geprägt und so war es nicht verwunderlich, dass uns eine bepelzte „Dame“ über den Weg lief (wie gewagt). Es waren in meiner dünnen  Jacke gefühlte 30 Grad aber hey, wer hat der hat. Ich habe ihren Auftritt nicht weiter verfolgt da mich der Vortrag „Warum die Brille  schlecht ist“ brennend interessierte. Nein im Ernst, eigentlich wollten wir kurz in die Vortragssaal reinschauen, der prall gefüllt war, aber sahen dann auf der Leinwand in großen Lettern geschrieben „Warum die Brille schlecht ist“. Ich nahm meine ab, blicke nichts sehend umher und sagte mir, so schlecht kann die nicht sein. Das hat uns dann nach Klangschalen und Wunderlippenstift irgendwie gereicht, das kostenlose Enthaarungsangebot war uns auch zu aufwendig und wir widmeten uns wieder der VeggieWorld.

So langsam, es war kurz nach Mittag, mischten sich dann auch die klassischen Veganer unters Publikum und die Blicke einzelner älterer Damen und Herren die mit ihrer € 1200,- Wasserfilteranlage in Richtung Rohkostkräcker schlenderten, waren durchaus verwundert .  Drängende Enge in den Gängen sind zu bemängeln. Dem mittleren Bereich hätte man gut einen Meter abnehmen können, ohne das es auf den Ständen zu eng geworden wäre. Aber eng kann ja auch schön sein. Übrigens waren erstaunlich viel, wirklich attraktive Frauen unter den Gästen der Messe. Vegetarisch wirkt eben doch!

Erstaunlich war die Zeit die man mit einer Gemüsepresse benötigt um ein Glas leckersten Gemüse/Obstsaft zu erhalten. Eine fünfköpfige Familie kann damit das Programm für den gesamten Vormittag  füllen, aber lecker . Einige Blicke die auf ein „Igitt“ oder „das geht ja gar nicht“ deuten lassen sah man selten, dafür aber immer an denselben Ständen die ich hier jetzt verständlicherweise nicht nennen werde.  Dafür war das Standpersonal, sofern man sie nicht auf Milch aus Massentierhaltung ansprach, sehr freundlich und mit Herz und Hirn dabei. Unser Weinverkoster, der sich selbst ein guter Gast war, ganz vorne an.

Alles in allem kann man die VeggieWorld auch 2012 sicher gerne wieder besuchen. Ein wenig größer wäre wünschenswert, aber wenn man zu schnell durch ist, dann empfiehlt sich Wiesbaden und seine Sehenswürdigkeiten oder ein durchaus amüsanter Besuch auf der Wundermesse nebenan. Und solltet ihr elektrotechnisch bewandert sein, dann lasst euch unbedingt das Prinzip des Energiesparchips erläutern, wer dabei nicht mindestens breit grinsen muss, der rennt schreiend davon.

Sweet dreams are made of ….

…. sicher nicht aus Sahne aber hey wer weiß das schon.

In einer Lieferung lag heute eine kostenlose Probe einer veganen Sprühsahne bei. Sunny von ave oder auch Vantastic Foods – sprühfertige Mischung aus Wasser und reinem Pflanzenfett.

Ok ich fand fertige Sprühsahne schon immer unnötig und geschmacklich kurz vor der Körperverletzung. Vielleicht liegt es daran das ich Sahne nie süß mochte und alle Fertigsahne wird eben gesüßt. Weiß jemand warum?

Die Sunny kommt neben dem Wasser und reinem Pflanzenfett mit einer abenteuerlichen Zutatenliste daher:

Zucker, Maltrodextrin, Sorbitsirup, Gluckosesiruo, E435, E472e, E475, E 464, Cellulose, Vanthan, Cellulosegummi, Aroma, Natriumcitrate, Natriumphosphate, Calciumcarbonamt, Distickstoffmonoxid.

Auch wenn ich weiß das der größere Teil der Zutaten gesundheitlich unbedenklich sind würde ich bei dieser Liste die Dose (egal was es für eine Dose wäre) sofort wieder ins Regal stellen.

Aber was tut man nicht alles ….

Gesprüht und probiert und uuuurggghhhhhss – bappsüß, nein noch viel süßer als bappsüß. Erst mal schütteln, unser Hund hat sich parallel dazu geschüttelt was zu einer kleinen Lacheinheit führte.

Geschmacklich eher nah an geschlagenem Eiweiß oder gar Mohrenkopffülle. Viel schmieriger als echte aufgeschlagene Sahen und ja, irgendwie in der Erinnerung wie die Sprühsahne aus vergangenen Zeiten.

Was soll ich nun sagen, wer Sprühsahne himmlisch findet wird an Sunny seine Freude haben. Wer geschlagene Sahne ersetzen will sollte die Finger davon lassen. Alleine schon die Verpackungsmenge und die Zutatenliste sollte einen vor solch einem Produkt zurückschrecken lassen.

Trotzdem Danke für die kostenlose Beilage – wie gesagt, wer schon immer Sprühsahne himmlisch fand der wird sich an Sunny freuen.

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Lecker im Doppelpack!

Schnee, Kälte und alles nicht wirklich die Zeit um frische Tomaten zu kaufen. Neben dem das sie nach nichts schmecken sind Tomaten im Winter die CO2-Schleudern schlechthin.

Deshalb gibt es bei uns ab Herbst Dosentomaten.

Nun bin ich mir sicher das ich so ziemlich alle Sorten, Marken und Ausführungen durch habe. Ob die verschiedenen Dosen aus dem italienischen Supermarkt oder das was man in den „normalen“ Supermärkten zu kaufen bekommt. Die Unterschiede sind enorm! Von wässriger geschmackloser Pampe, über stückige Ausführungen bei denen der Strunk gerne mit verarbeitet wird und allerlei andere Dinge. Im Allgemeinen gibt es aber meist ordentliche Produkte.

Doch da gibt es eine die mit Abstand, mit enormem Abstand über allen anderen Dosentomaten steht. Il pomodoro piu buono – was, wenn mich nicht alles täuscht, soviel bedeutet wie leckere Tomaten. Und lecker sind sie.

Ganze geschälte San Marzano Tomaten. Wow, San Marzano gab es dieses Jahr das erste mal in unserem Gemüseladen. Eine geschmacklich absolut tolle Tomate. Ein weiterer Vorteil ist die Schale die man nach nur ganz kurzem eintauchen in kochendes Wasser unkompliziert abbekommt. Dazu die wenigen Kerne und die Festigkeit. Aber ganz vorne an der Geschmack – eine wirklich klasse Tomate. Die Sorte wird jedoch kaum angebaut da nicht wirtschaftlich genug für unsere geldgeprägte Gesellschaft. Probiert sie mal frisch aus wenn ihr sie bekommt.

In der Dose macht die San Marzano aber eine ebenso gute Figur. Man sollte die Tomaten nicht sehr lange kochen lassen, also eher untypisch für z.B. ein Sugo nehm ich den Tomatensaft aus der Dose und koche mit ihm und den weiteren Zutaten und gebe erst maximal 10 Minuten vor Ende die Tomaten dazu. Die San Marzano zerfallen sehr schnell und wenn man sie zu lange kocht dann ist der geschmackliche Vorteil dahin. Also nichts für in ein Chilli rein sondern eher für frisch schmeckende Tomatensoßen oder Suppen.

Und wo gibt es die? Naja, im Internet kann man sie bei verschiedenen Händlern zu ganz unterschiedlichen Preisen beziehen. Also nicht gleich den Erstbesten Shop beglücken.

Und weil der Winter uns so heftig zusetzt gilt es Vitamine zum Beispiel in Form von Gimchi oder auch Kimchi zu sich zu nehmen.

Vor ein paar Wochen startete ich ja bereits den Versuch Kimchi selbst herzustellen. Der Versuch ging zwar nicht wirklich schief aber war kein Vergleich zu Kimchi wie man es selbstgemacht in einigen koreanischen Restaurants zu essen bekommt.

In der Dose gibt es verschiedene Varianten. Eine im Glas zusammen mit anderem Gemüse fand ich ziemlich daneben da süß und ohne jede Schärfe. In Dosen hatte mich erstmal die Zutatenliste abgeschreckt. Vegetarier Obacht! In vielen Sorten wird Sardellenpaste mit verarbeitet. Wenn die fehlt dann hat man die Wahl zwischen dem einen Geschmacksverstärker und dem anderen. Ich nehme das kleinere Übel und versuche die Dose mit Mononatriumglutamat oder eben auch E621.

Kimchi besteht oft aus Chinakohl aber es gibt unzählige Rezepte mit anderen Gemüsen. Sehr viele Rettich-Kimchi-Variationen aber zu allermeist mit Chinakohl, Knoblauch, Chillipulver, Frühlingszwiebeln. Und in der Dose?

Dito. Alles drin was zu einem Kimchi gehört. Naja, der Geschmacksverstärker muß nicht sein, aber gut. Wie schmeckt es? Lecker, wirklich lecker! Da Kimchi fermentiertes Gemüse ist leidet es nicht in der Dose. In Korea wird Kimchi in Tontöpfen, ähnlich unserer Sauerkrauttöpfe gelagert. Dose – Tontopf ist doch kaum ein Unterschied *l*.

Also, wer Kimchi mag und zu faul ist es selbst herzustellen und keinen frischen Lieferanten kennt, dem kann ich diese Dose(n) wirklich empfehlen. Noch ein wenig frische Frühlingszwiebeln dazu und etwas Sesam und voll lecker.

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Fleischwahrheiten!

Kann mir eigentlich jemand sagen warum jemand der Fleisch isst, aggressiv reagiert wenn man ihm sagt oder zeigt wie das was er zu sich nimmt produziert wird? Da werden Filme und Berichte über die Wurtsherstelung, Kochsendungen und allerlei zum Thema Zubereitung von Fleisch gezeigt aber sofort wenn man zeigt, wieviel Elend und Leid hinter der Produktion des eigentlichen „Lebensmittels“ steckt werden Fleischesser urplötzlich aggressiv, fühlen sich angegriffen und schwingen die geläufigen Scheißhausparolen. Hängt das mit dem Toxoplasma zusammen? Liegt es an der Verdrängung die stattfindet um überhaupt Gefallen an toten Tieren zu finden? Oder liegt es an der Industrie die uns ganz gezielt wahrmachen will das Fleisch gesund ist und ohne Milch und andere tierische Produkte geht es nicht. Klar, ohne würden die Lobbies der Fleischindustrie nichts mehr verdienen, aber ich glaube ja immer noch an das gewissen Fünckchen an Intelligenz, Stolz, Ehre und gesunden Menschenverstand das doch sicher in jedem noch steckt – oder ist hier wirklich Hopfen und Malz verloren?

Lächerliche Szenen spielen sich da ab. Es werden Argumentationen von der Lebensmittelindustrie genommen weil eine eigene Meinung, Bildung nicht existiert. Kritik darf nicht geübt werden da man ja tief im Inneren weiß was man tut und der vorgehaltene Spiegel zeigt was der Mensch nicht sehen will – seine eigene Schwächen.

Aber gut da muß man eben durch wenn man sich entschließt einen anderen Weg zu gehen. Ehrlich gesagt ist es nicht schwer auf eine Gemeinschaft zu verzichten die sich derart abhängig macht von Gruppenzwängen, die aufgehört hat selbständig zu denken. Wie gut da die neuesten Zahlen tun – 10% in Deutschland verzichten auf Fleisch und Fleischprodukte und es werden täglich mehr. Wenn nun unsere verantwortungslosen Politiker endlich die Subventionen der Fleisch- und Milchindustrie kürzen oder besser abschaffen, würde sich dei Zahl sehr schnell verdoppeln wenn gar verdreifachen was zu einer gesünderen Gesellschaft sowie einer sich verbesserten Ökologie führen wird.

In diesem Sinne wünsche ich allen das sie Glücklich und zufrieden sind mit dem was sie zu sich nehmen.

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Provokationen?

Na das ist doch ne klasse Sache. Ich weiß nicht warum aber einen Vegetarier zu handln scheint eine wirklich anspruchsvolle Aufgabe zu sein. Plötzlich fühlen sich alle Fleischesser angegriffen nur weil ich sage „schau mal das schmeckt echt lecker“. Ich sag ja nicht esst kein Fleisch oder ihr Mörder usw. was man doch häufiger in den veganen Lagern zu hören bekommt. Woher kommts?

Im 9. Monat fleischlos müsste ich mal ein Resumee ziehen aber warum? Ich brauche doch keine Sprüche um mein Essverhalten zu erklären. Warum ist das nur so verflucht schwer für Fleischesser zu akzeptieren das es Menschen gibt die einen anderen Weg gehen.

Aber was soll ich schreiben, die Comics von antispe.de sagen alles und das auf eine lustige Art und Weise. Da kann man nur hoffen das „es“ das versteht. Hier eins meiner Lieblingsbilder auf einen der dämlichsten „Argumentationen“ die es im Reich der Communities gibt.

Ein Besuch bei antispe.de schadet nicht, klärt auf und erweitert den Horizont – wenn man das will! Und ja – go vegan – ich arbeite dran :-)

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Welche Kohle für den Grill?

Der WDR hat kürzlich in seinem markt-scanner einen recht ausführlichen Holzkohletest durchgeführt. Nicht nur das Holzkohle grundsätzlich eine recht teure Angelegenheit ist sollte man bei der Auswahl auf Herkunft des Holzes achten. Das FSC-Siegel ist eine Möglichkeit aber nicht immer steckt das dahinter was man vermutet. Eine Holzplantage in Südamerika auf dem Boden ehemaliger Regenwälder bekommt das FSC genauso wie eine Fichtenproduktion hierzulande. Zu beachten ist auch das die Urwaldregionen der ehemaligen Sowjetunion heute schamlos abgeholzt und vermarktet werden ohne Rücksicht auf die Entwicklungen der Regionen (Permafrost etc.). Reine Holzkohle produziert bei der Verbrennung nicht mehr CO2 als der Baum beim Wachstum aufgenommen hat – quasi CO2-neutral wenn man die Transporte rausrechnet.

Die Test PDF´s

Grillbriketts Grill Holzkohle

Und alle Fragen zum Anzünden und welcher Grill etc. werden z.B. in Florians Grill-Wiki erklärt

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