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Vegetarische Sterne im Elsass Teil 2

Die Auberge Frankenbourg in der 13 Rue du Général de Gaulle in 67730 La Vancelle war unser Hotel und das Restaurant für den zweiten Abend. Die Zimmer sind geschmackvoll und interessant eingerichtet, sauber und für Frankreich und das Elsass durchaus preiswert. 75,- das Doppelzimmer pro Nacht plus 11,- pro Frühstück.

Nach dem Reinfall am Vorabend hatten wir beim Frühstück in der Auberge Frankenbourg bereits eine sehr gutes Gefühl. Das Frühstück ist durch und durch lecker. Vom Brot über die leckeren Käse bis hin zu sehr feiner Wurst (hörensagen – wenn es das überhaupt gibt).

Die Auberge Frankenbourg ist ein Familienbetrieb und vorab hatte ich mit Guillaume Buecher, einem der beiden Brüder, per Mail reserviert und mich als Vegetarier erklärt. Die Reaktion war sehr freundlich und Herr Buecher kam sofort mit ein paar Ideen für ein Menü.

Der Empfang in der Auberge Frankenbourg war sehr nett und somit freuten wir uns auf einen hoffentlich kulinarisch schöneren Abend. Den Tag verbrachten wir mit der zauberhaften Umgebung rund um Colmar und entlang der Route de Vin.  Zu erwähnen ist hier das Weingut Schaller in Mittelwihr. Der „S de Schaller“ Cremant ist ein wirklich feines Stöffchen und so packen wir uns ein wenig davon in den Kofferraum.

Aber zum Wesentlichen. Nach einer kurzen Einstimmung an der Bar öffnete das Restaurant seine Pforten. Der Speisesaal war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Dazwischen wir in einem sehr netten Ambiente. Wir wurden sehr herzlich begrüßt und diese Herzlichkeit zog sich durch den gesamten Abend. Der Service war und ist wirklich hervorragend. Keine steifes Sterneschnickschnack sondern so wie Menschen miteinander umgehen sollten.

Das Menü wurde uns vorgeschlagen und Sebastian Buecher hat sich so einige Gedanken zu unserem Menü gemacht die sein Bruder uns vorschlug. Exzellent! Wir entschieden uns für korrespondierende Weine und unsere Omnis bekamen eines der regulären Menüs.

Zum regulären Menü der Auberge Frankenbourg:

  • Amusettes et Broutilles
  • Foie gras de canard et  cristalline de mandarine.
  • Gâteau de foie blond, écrevisses et bouillon de carcasses.
  • Omble chevalier, carotte confite au sapin, gel de fanes et gnocchi.
  • Canette, navet au safran, coing,  éclat de miel et anis vert.
  • Plateau de fromages (supplément 12 €)
  • Feu de forêt.
  • Mignardises

Ich kann hier nur wiedergeben was mir berichtet wurde aber auf das Urteil meines Bruders kann ich mich hier verlassen. Perfekt durch und durch!

 

Das vegetarische Menü startete ebenfalls mit den Amusettes. Nur eben die vegetarische Variante.

Dann folgte eine Komposition aus Karotten mit gerösteten Nüssen, Schäumen und Cremes und ach was soll ich sagen – das war phänomenal! Wirklich sehr gut.

Unsere Bouillon war eine Gemüsebrühe mit diversen vegetarischen Einlagen. Auch hier wieder ein Volltreffer.

Nun folgte unser Hauptgang. Ein Rührei mit schwarzen Trüffeln. Nun mag einer denken, baaah ein Rührei wie profan. Nein, dieses Rührei war eine Offenbarung. Konsistenz, Geschmack und Präsentation – 2 Sterne hierfür!

Nun folgte eine Variation von Wurzelgemüse mit Würfeln eines Jus aus japanischen Limetten sowie einer Dampfnudel. Ebenfalls sehr lecker. Ich hätte mich allerdings über einen kleinen Nudelgang (in welcher Form auch immer) gefreut. Es war alles in allem sehr viel Gemüse und recht wenig Kohlehydrate. Ok, das hat natürlich auch Vorteile :-)

Dem Dessert ging ein Mango Lipstick voraus. Eine nette Spielerei die eben nach frischer Mango schmeckte.

Nach unserem Wunsch gab es nun den obligatorischen Käsegang. Die Käseauswahl in der Auberge Frankenbourg war üppig und die Bedienung war perfekt auf unsere Fragen vorbereitet, kannte jeden Käse oder gar die Kuh oder das Schaf von der der Käse kam. Sehr fein und spätestens hier freute ich mich über die wenigen Kohlehydrate der vorigen Gänge.

Das Dessert war ein, wenn nicht das Highlight. Feu de foret – Feuer des Waldes war ein Krokantplättchen mit einer Creme und oh Top eine feste Sahnehaube die mit dem typischen Schnaps aus dem Grün von Nadelbäumen (ich weiß nicht von welchem) flambiert wurde. Gehaltvoll ohne Gelatine und sehr sehr fein.

Der einzige Wermutstropfen war vielleicht die Abstimmung der Weine gegen das vegetarische Menü – aber das ist jammern auf hohem Niveau und letztendlich war es lediglich in einem Gang nicht ganz so passend.

Ich kann nur sagen: Vielen Dank für den schönen Abend, das sehr gute Essen aber vor allem für den perfekten und nettes Service. Der eine Stern dürfte bald nicht mehr alleine sein.

Vegetarische Sterne im Elsass Teil 1

Wer meinen Blog länger verfolgt (auch zu Fleischzeiten), der kennt mein Faible für leckere Sterneküche. Am vergangenen Wochenende haben wir uns, gemeinsam mit meinem Bruder, aufgemacht um neu Sterne zu entdecken.

2 Vegetarier und 2 Allesfresser (sorry Brother).

Nun ist Frankreich nicht gerade das Mekka der vegetarischen Sterneköche und das Verständnis für ein Leben ohne tote Tiere ist bei, ich sag mal 99% der Franzosen nicht vorhanden.Nur sehr sehr langsam versteht der französische Koch, dass Genuss nicht ausschließlich aus Foi Gras und St. Jaques besteht. Ich wage sogar zu behaupten, die meisten Sterne Köche in Frankreich werden, wenn man ihnen die Stopfleber wegnimmt, ganz heftig ins trudeln kommen. Denn jede Sternekarte sieht aus wie die andere. Die Abweichungen zwischen den Gerichten sind minimal und es wird ewiglich auf dem selben „Mist“ umher geritten.

Aber es geht besser!

Beginnen wir aber mit dem ersten Abend. Das Le Table du Gourmet in Riquewirh hatten wir bereits vor einigen Jahren, als wir noch keine Vegetarier waren, besucht. Optisch sicherlich eines der schönsten Restaurants im Elsass. Ich habe, wenn Du die Suche bemühst, bereits einen Bericht darüber geschrieben. Wir waren damals sehr unzufrieden. Nicht wegen dem Essen sondern wegen des absolut miserablen Service. Damals schoben wir es auf eine Krise im Restaurant Team und da jeder einen zweite Chance verdient hat, haben wir einen Tisch bestellt und bereits vorab klare Ansagen gemacht, dass zwei der Gäste Vegetarier sind.

Angekommen ist uns gleich die geringe Auslastung des Restaurants aufgefallen. Schön ist es nach wie vor. Die modernen Gemälde, das Rot der Wände und einfach alles perfekt. Die Begrüßung war nett und höflich und wir machten es uns bequem.

2 Menüs zur Wahl. Wir machten der Bedienung klar, hier sind die beiden Vegetarier die gerne ein vegetarisches Menü hätten. Kein Fisch, kein Fleisch bitte. Wir waren guter Stimmung denn es schien als hätte man uns verstanden. Nach dem Apperitiv kam dann auch gleich ein Gruß aus der Küche….

1. RoteBeete Schaum mit ……. Rindfleisch (vom Fleisch wurde bei der Präsentation nichts erwähnt)

Ok, extra ein Amuse Gueule zu bereiten, da kann man großzügig sein und den Qmnis am Tisch ein Doppelpack bescheren. Allerdings war es ein Reinfall.

2. Eine Bouillon

Eine Bouillon besteht in Frankreich IMMER aus Rindfleisch, so auch hier. Lobenswerter Weise wurde die Fleischeinlage gegen etwas Sellerie getauscht – Reinfall

3. St. Petersfisch auf Linsengemüse

Was das mit vegetarischer Küche zu tun hat wussten wir dann nicht mehr wirklich und konnten anderen damit keine wirkliche Freude machen weil das Gericht zudem versalzen, sehr versalzen war.

Ich erspare mir die nächsten beiden Gänge – nicht vegetarisch und nicht einen Stern wert. Vielleicht ist der Omni-Hauptgang zu erwähnen der, laut unseren Omnis einfach nur nach nichts geschmeckt hat und obendrein auch nach nichts aussah.

Es folgten zwei Dessertgänge von denen mindestens einer mit Gelatine zubereitet wurde. Als seien zwei Dessertgänge nicht genug, gab es noch ein paar Leckereien zum Kaffee. Marshmallows scheinen in Frankreich gerade hip zu sein und so kamen verschiedene Bappsüsse Teile die einem das Menü, wenn es ein Erfolg gewesen wäre, mit einem Schlag vernichtet hätten. Wie verstrahlt muss der Chef der Küche sein um diesen Mist zu servieren.

Selbiger kam dann auch noch an unseren Tisch. Stellt sich hin und sagt erstmal nichts. Ich dachte an Drogen oder sonstige psychische Einschränkungen. Der Mensch war einfach nur peinlich. So peinlich wie seine Küche.

Somit hat das Table du Gourmet ein zweites Mal versagt. Total versagt und ich wette meinen …….. – dieses Restaurant wird seinen Stern in Kürze verlieren.

 

Weiter zum 2. Teil

 

 

VeggieFood!

Fleischalternativen! Gibt es sie?    [Rechts oben unter VeggieFood gehts zum gesamten Bericht]

Es gibt unzählige vegetarische Produkte die einen fleischähnlichen Ersatz liefer. Jetzt fragen sich viele Fleischesser warum muß ein Vegetarier eine Rostbratwurst essen oder können die Vegies nicht ihre eigenen Namen erfinden? Eine berechtigte Frage wie ich meine. Natürlich ist es hilfreich wenn ein Umsteiger weiß in welche Richtung ein Gericht geht. Schmeckt ein vegetarisches Gericht nach zum Beispiel einer Nürnberger Bratwurst dann bin ich ganz froh das dieses Produkt so benannt wird. Man könnte natürlich auch einen Namen wie “Bratstange” Nürnberger Art vergeben – das ist aber albern.

Mit den identischen Produktnamen kommt aber auch der Vergleich. Das müssen sich die Hersteller vegetarischer Produkte einfach gefallen lassen. Eine Rostbratwurst wird nun eben mit einer Rostbratwurst verglichen und genau das will ich hier machen, den Vergleich aus der Sicht eines Umsteigers. Gibt es die Alternative zum Fleisch oder nicht, schmecken die Produkte generell aber was für viele Fleischesser viel wichtiger, bekomme ich einen zumindest annähernd gewohnten Geschmack, ein ähnliches Kau/Esserlebnis mit dem vegetarischen Produkt.

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Eine kleine Gourmetreise ins Elsass

Der Herbst ist die Zeit der Ernte. Ob nun auf dem Feld oder im Weinberg, eine sehr gute Zeit um siech die Tage mit ein wenig Genuss zu versüßen.

Wir sind für 3 Abende in das benachbarte Elsass gefahren um uns ein wenig kulinarisch verwöhnen zu lassen.

Die Ausblicke entlang der Route de vin ist einfach traumhaft um diese Jahreszeit. Die endlosen Weinberge und Felder verwandeln ihre Farbe und spiegeln sich in allen möglichen Farben des Herbstes. Überall sind die Winzer damit beschäftigt die Ernte einzufahren und die Weinberge sind bis auf wenige Spätlesen, Eisweine und Gewürztraminer bereits abgeerntet.

Das Hotel Le Mittelwihr in Mittelwihr zentral gelegen bietet eine gute Ausgangslage um die umliegenden Weingüter zu erlaufen und zu erleben. Der nahe Mandelberg, eine der Cru-Lagen des Elsass ist gleich um die Ecke und wir haben die Gelegenheit die Ausgangsprodukte sowie die zurückliegenden Jahrgänge zu kosten.

Der 2009er Jahrgang wird übrigens „exeptionel“ wenn wir den Winzern glauben schenken wollen – wir wollen!

Die bevorzugten Weine der Region sind der Riesling, Pinot gris, Gewürztraminer, Pinot blanc, Pinot Noir, Muscat, Sylvaner wie auch der Tokay.

Dazu kommet noch die Chardonnay Traube, die in der Herstellung des Cremant de Alsace Verwendung findet. Der Cremant ist ein Schaumwein der im Champagnerverfahren hergestellt wird und sich nicht hinter selbigem verstecken muss.

Das Hotel Le Mittelwihr bietet mit seinen 3 Sternen eine saubere und recht komfortable Übernachtungsmöglichkeit. Die Zimmer dürften ein wenig geräumiger sein sowie die Hellhörigkeit der Badezimmer kann von lustig bis ärgerlich empfunden werden. Das optionale Frühstück ist gut aber lediglich „französisch“ und damit den Mehrpreis nicht wert. In Ermangelung von Alternativen nimmt man es jedoch in Kauf.

Der erste Abend wurde vorab im Restaurant Le Chambard in Kaysersberg vorgebucht was sich als sinnvoll herausstellte. Das in der Gegend unter den Einheimischen als bestes Restaurant empfohlene Le Chambard war bis auf den letzten Tisch ausgebucht was nicht zuletzt an der enormen und eindrucksvollen Weinkarte lag.

Das Menü Découverte präsentierte sich dem Stern würdig. Wenn überhaupt dann gab es zwei Kritikpunkte. Alle Gänge waren sehr sparsam gewürzt was uns, die wir wenig Salz verwenden, verwundert hat. Auf Nachfrage erhielten wir eine Muskatreibe und ein Stück Himalayasalz welches man sich allerdings kaum traut zu verwenden da, über die Reibe gerieben, das Gerät einen Höllenlärm macht der alle Ohren und Augen auf sich zieht :-). Ein Schälchen Fleur de sel wäre hier dezenter und sicherlich genauso gut. Die mit Gewürztraminergelee überzogene Fois Gras an Ananasmousse konnte nicht überzeugen da sie zum Einen nicht ordentlich entnervt war und das Ananasmousse mit extremer Säure unangenehm hervorstach. Die restlichen Gänge des Menüs waren exeptionell wie der Franzose sagen würde.

Hervorheben muß man in jedem Fall den absolut perfekten Service. Gelassen, unaufdringlich aber 100% aufmerksam.

Die Weinkarte läßt keinen Wunsch oder zumindest keinen unserer Wünsche offen. Zum Aperitif einen Schaller Cremant Cuvee „S“, dann einen 1997er Cru Riesling des Weinguts Faller und danach ein Gedicht von Rotwein aus der Bourgogne

Nach dem Frühstück des zweiten Tages machten wir uns auf die Weine des Vorabends zu suchen. Der Cremant war sehr einfach zu finden da das Weingut Schaller sein Gebäude direkt gegenüber dem Hotel hat und wir von Frau Schaller sehr freundlich empfangen wurden. Ein wenig Aufklärung und Geschichten aus dem elsässischen Weinbau und den Wurzeln der Familie Schaller die bis ins 16. Jahrhundert nachgewiesen Weinbau betrieben haben, haben  uns Freude bereitet.

Ein kurzer Anruf im Restaurant und es war klar was uns am Vorabend leckeres ausgeschenkt wurde und wir probierten und kauften die Köstlichkeiten des Weinguts. Die Degustation im Weingut Faller kam leider nicht zustande. Vielleicht waren wir nicht schnieke genug gekleidet oder man hat es gar nicht mehr nötig. Aber das schöne an der Weinstraße im Elsass sind die 3 Winzer pro 5 Wohnhäuser und somit muss man sich nicht auf eine handvoll Winzer beschränken.

Der zweite Abend folgte einer Empfehlung aus einem Weingut und wir kamen ohne Reservierung im Restaurant Le Agenau blanc in Beblenheim unter.

Eher einfach ist dieses Restaurant eher auf den durchreisenden Touristen ausgerichtet, bietet aber eine vielversprechende Karte. Auch hier ging der Griff zum großen Menü und wurde mit einem Glas Cremant eingeläutet. Vielleicht ist es unfair nach einem Abend im Le Chambard hier zu urteilen aber die Speisen waren ordentlich. Lediglich der erste Gang, einem lieblos trapierten Salat mit Fois Gras, geräucherter Barbarie Ente, Lachs und einem sehr bitteren Quittengelee, hätte man sich komplett sparen können. In der Brühe der perfekt gegarten St. Jaques konnte man unschwer Glutamate schmecken und das Kalbsfilet war zu durch was die aufgelegte auf den Punkt gebratene Fois Gras wieder einigermaßen ausglich.

Eine Überraschung bereitete uns ein in Mirabellenbrand flambierter Münsterkäse mit einem korrespondierenden Gewürztraminer dazu. Nie hätten wir gedacht dass uns das schmecken würde aber wir wurden definitiv vom Gegenteil überzeugt.

Halber Preis = Viertel kulinarischer Genüsse. Ich denke die Formel trifft auf die ersten beiden Abende zu.

Das Restaurant des dritten Abends hatten wir ebenfalls vorgebucht. Den Stern erst relativ frisch, liegt das Le table du Gourmet von Jean Luc Brendel im Herzen von Riquewihr, einer der ältesten Städte Frankreichs. Doch zuvor noch schnell einen Abstecher in das Weingut Willy Wurtz der uns ebenfalls empfohlen wurde. Im Weinkeller sitzend und der „Musik“ der Weinfässer lauschend durften wir die Weine des Weinguts Wurtz kosten und waren recht begeistert von den Cuvés sowie dem 2007er Cru Riesling. Eingepackt und voller Vorfreude ab ins Le table du Gourmet.

Die Inneneinrichtung ist gewaltig. Tiefes rot und schwarzes Gebälk tauscht sich mit Bildern verschiedener Künstlern die voll unseren Geschmack trafen. Wir wurden zu unserem Tisch geführt und kamen aus dem Staunen und Wohlfühlen kaum mehr heraus.

Die Entscheidung fiel auf das Wintermenü das so ausgefallen schien, dass wir Schwierigkeiten hatten die Gänge zu entziffern

AMUSES BOUCHE

BÂTON DE FOIE GRAS DE CANARD D’ALSACE POP CORN D’AMARANTHE, GEL MIRABELLE

TAGINE DE POTIRON AUX CHATAÎGNES, ECUME CACAO SUR CREVETTE CROQUANTE
ST JACQUES RÔTIE  SUR  MÉLANGE DU TRAPPEUR, JUS DE POMME VERTE ET NOIX EN PAPILLOTTE,
FAUX NOUGAT DE FRUIT SEC

VAPEUR DE BAR «TERRE MER » ALGUES, LEGUMES DE MON JARDIN, COQUILLAGES FUMÉES, MOUSSE PARMESAN

FAON DE DAIM OU CHEVREUIL, DES CHASSES D’ALSACE AUX EPICES CHAUDES MOSAIQUE DE FRUITS D’AUTOMNE, POLENTA DE GIROLLE

CRÈME DE CÈPE SUR PÂTE DE FRUIT CITROUILLE ET MERINGUE, AIR DE CHOCOLAT

AIR DE MARC DE GEWURZTRAMINER SUR GLACE LIME ET SPIRULINE, FILAMENTS DE CACAHUÈTE

Man erkennt, hier ist ein Kreativer am Werk und das wurde definitiv bestätigt. Exzellente Küche meisterhaft präsentiert hat uns den Abend begleitet. Doch auch hier ein kleiner Ausrutscher der Küche. Der Barsch und die Algen hätten harmoniert wenn die Menge der Algen drastisch reduziert wäre. So war der Fischgang spannend aber leider gar nicht lecker. Die Gesichter weiterer Gäste die diesen Gang gegessen hatten bestätigten unser Empfinden.

Aber die restlichen Gänge waren wirklich phantastisch. Kreativ, geschmackvoll, spannend und die Anreise allemal wert.

Eine ganz große Rüge aber für den schlechtesten Service der drei Abende. Wo die Servicechefin ihren Job exzellent beherrschte und stets bemüht war, herrschte um sie herum das reine Chaos. Die Somelier war plötzlich verschwunden, leider erst nach ihrer absolut unpassenden Weinempfehlung. Der letzte Gang wurde inmitten des vorletzten Gangs serviert und wir dachten erst – „wollen die uns hier raushaben?“. Eine der Servicekräfte hatte offensichtlich keine Lust und neben ihrer offensichtlichen Arroganz lieferte sie einen Service ab den ich im einfachsten Sportheim-Restaurant noch nicht schlechter erlebt habe.

Definitiv hier keinen Stern von uns für das Le table du gourmet. Sehr sehr schade da das Restaurant das beste Ambiente sowie eine kreative und sehr leckere Küche bietet.

Nach diesem eher enttäuschenden Abend fällt die Heimfahrt nicht schwer zumal der Regen einsetzte und er Kofferraum voll Weinkisten kaum mehr Platz für weitere Stationen ließ. Eine noch an der wir nur schwer vorbeikommen. Arthur Metz in Marlenheim. Zwei Kisten Cremat Prestige Brut eingepackt und dann war dort ja noch das Weinlesefest das tausende Besucher aus der Region angelockt hat.

Das Elsass – auf jeden Fall mehr als eine Reise wert.

Le Table Du Gourmet

Le Chambard

Le Agneau blanc, 3 rue Hoen,68980 Beblenheim

Hotel Le Mittelwihr

Weingut Schaller

Weingut Willy Wurtz

Malathounis – modern greek cuisine?

Modern greek cuisine?

Erst einmal ist man versucht an Gyros, Souvlaki, Ouzo und Mousaka zu denken. Nicht so bei Anna und Joannis Malathounis in Kernen Stetten. Das gleichnamige Restaurant verspricht in zahlreichen Kritiken und Berichten etwas ganz anderes zu machen und auch die Webseite des „Malathounis“ lockt mit allerlei guten Informationen sowie Genüssen in Wort und Bild.

Vorneweg: Wir waren nicht überzeugt von dem was geboten wurde. Es fehlten die Highlights, der Kick. Die Speisefolge bestand aus dem großen Menü plus zusätzliche Gänge. Die Gänge im Einzelnen:

JAKOBSMUSCHEL, BLUMENKOHL & KAVIAR – Gebratene Jakobsmuscheln mit Blumenkohlcreme und Tzarkaviar.

KANINCHEN, MOKKA & APRIKOSE – Bauernkaninchen und Gänseleber in Samosgelee, Haselnuss-Mokkajus, Aprikosen mit Sichuanpfeffer.

GAMBAS, AUBERGINE & PASSIONSFRUCHT – Gambas im Kartoffelmantel mit Auberginenkompott und Passionsfruchtjus.

KALB, SALATE & MEERRETTICH – Zweierlei von der Kalbsbrust mit Sommersalaten und Meerrettichcreme.

LAMM, PFIFFERLINGE & DÖRROBST – Lammrücken mit Oliven, Pfifferlingen und Nusscrumble „Fleur de Sel“, gratinierte Gemüsemais-Polenta mit Dörrobst.

PECANNUSS, BEEREN & ROTE BETE – Pecannusstarte mit Kompott von Beeren und Rote Bete, Himbeer-Paprikasorbet.

MANOURI, DATTELN & SELLERIE – Manourikäsecreme mit Datteln und kandiertem Staudensellerie.

Nach dem Gruß aus der Küche, der aus mariniertem Lachs und einer sehr flachen Avocadomousse auf knackigen Granatapfel bestand kam als erster Gang die Jakobsmuschel. Perfekt zubereitet und schön anzusehen die beiden Stück der Muschel. Der Blumenkohlcreme fehlte es an Charakter was der Kaviar aber wieder wett machte. Leider mussten wir den Kaviar mit dem auf Hochglanz polierten Chromaganbesteck essen.

Die Pastete aus Kaninchen und Gänseleber überzeugte komplett. Das Samosgelee (Samos = ein leichter griechischer Dessertwein) harmonierte perfekt und die Gänseleber konnte in der Runde des Mokkajus und der Aprikosen glänzen.

Ein weiterer Fischgang kam im Kartoffelmantel daher. Gambas die leicht pappig schmeckten und den Eindruck erweckten nicht aus dem Hause Malathounis zu stammen. Gelegentlich bekommt man diese Gambas hier und da in identischer Form meist aus der Friteuse. Auf einem Auberginengemüse das in einer Brühe liegt, war der Kartoffelmantel bereits aufgeweicht. Nicht gut. Die Brühe mit roten Beeren (roter Pfeffer) war hingegen köstlich. Wo war das Passionsfruchtjus?


Die Kalbsbrust kam in einfachem Gewand daher. Gekocht mit einem wirklich raffinierten Salat und einem ausgebackenen Kalbsbrust-Küchlein. Das Küchlein oder besser die Kugel hat gut geschmeckt, nicht mehr und nicht weniger. Die gekochte Kalbsbrust hätte der Chef lieber durch einen Tafelspitz ersetzt. Sie war zu trocken und flach. Auch die Meerrettichsoße konnte daran nichts ändern.

Das Lamm würde nachträglich geordert da nach den ersten Gängen klar war das die Mengen ein wenig unterdimensioniert waren. Allerdings nicht für alle :-). Das Lamm war zart, perfekt auf Punkt gebraten. Leider war die Kombination mit einer Polenta, die eher an einen Grießbrei mit Rosinen erinnerte, nicht das Highlight das wir uns versprachen. Das Lamm ging in der Süsse der Polenta komplett unter. Vielleicht hätte der Polenta oder dem Lamm ein wenig roter Pfeffer aus der Brühe der Gambas gut getan. Die Pfifferlinge perfekt, kamen in der Kombination leider nicht zur Geltung wie sie es verdient hätten.

Der krönende Abschluss konnte auch als solcher verstanden werden. Als Dessert überzeugte sowohl die Pecannusstarte wie auch die Manourikäsecreme. Die Käsecreme mit leichter Honignote war mit den kandierten Staudensellerie mein Highlight des Abends. Ich hätte mir hierzu auch gut das zarte Lammfilet vorstellen können.

Das Hrissos Halvas als Abschluß zum Kaffee war eine kleine Köstlichkeit.

Alles in allem waren wir nicht gänzlich überzeugt. Die Kombinationen sind lange nicht so gewagt wie ich das Malathounis vor einiger Zeit kennenlernen durfte. Die Harmonie der Komponenten steht über der Präsentation einzelner „Hauptdarsteller. Das macht das Ganze aber meist zu flach, zu wenig überaschend.

Zweifelsohne ist der Koch ein Könner, einer der wirklich guten Köche der Region aber von einer modern greek cuisine hätten wir mehr erwartet und ich habe wesentlich eindrucksvollere Erinnerungen an Besuche des Restaurant Malathounis. Aber über aller Kritik ist das Restaurant Malathounis eine der wirklich guten Adresse in der Region.

Preis/Leistungsverhältnis: Sehr gut

Restaurant Malathounis
D-71394 Kernen-Stetten
Gartenstrasse 5
Telefon +49 (0)7151 4 52 52
E-Mail: info@malathounis.de

p.