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Lecker im Doppelpack!

Schnee, Kälte und alles nicht wirklich die Zeit um frische Tomaten zu kaufen. Neben dem das sie nach nichts schmecken sind Tomaten im Winter die CO2-Schleudern schlechthin.

Deshalb gibt es bei uns ab Herbst Dosentomaten.

Nun bin ich mir sicher das ich so ziemlich alle Sorten, Marken und Ausführungen durch habe. Ob die verschiedenen Dosen aus dem italienischen Supermarkt oder das was man in den „normalen“ Supermärkten zu kaufen bekommt. Die Unterschiede sind enorm! Von wässriger geschmackloser Pampe, über stückige Ausführungen bei denen der Strunk gerne mit verarbeitet wird und allerlei andere Dinge. Im Allgemeinen gibt es aber meist ordentliche Produkte.

Doch da gibt es eine die mit Abstand, mit enormem Abstand über allen anderen Dosentomaten steht. Il pomodoro piu buono – was, wenn mich nicht alles täuscht, soviel bedeutet wie leckere Tomaten. Und lecker sind sie.

Ganze geschälte San Marzano Tomaten. Wow, San Marzano gab es dieses Jahr das erste mal in unserem Gemüseladen. Eine geschmacklich absolut tolle Tomate. Ein weiterer Vorteil ist die Schale die man nach nur ganz kurzem eintauchen in kochendes Wasser unkompliziert abbekommt. Dazu die wenigen Kerne und die Festigkeit. Aber ganz vorne an der Geschmack – eine wirklich klasse Tomate. Die Sorte wird jedoch kaum angebaut da nicht wirtschaftlich genug für unsere geldgeprägte Gesellschaft. Probiert sie mal frisch aus wenn ihr sie bekommt.

In der Dose macht die San Marzano aber eine ebenso gute Figur. Man sollte die Tomaten nicht sehr lange kochen lassen, also eher untypisch für z.B. ein Sugo nehm ich den Tomatensaft aus der Dose und koche mit ihm und den weiteren Zutaten und gebe erst maximal 10 Minuten vor Ende die Tomaten dazu. Die San Marzano zerfallen sehr schnell und wenn man sie zu lange kocht dann ist der geschmackliche Vorteil dahin. Also nichts für in ein Chilli rein sondern eher für frisch schmeckende Tomatensoßen oder Suppen.

Und wo gibt es die? Naja, im Internet kann man sie bei verschiedenen Händlern zu ganz unterschiedlichen Preisen beziehen. Also nicht gleich den Erstbesten Shop beglücken.

Und weil der Winter uns so heftig zusetzt gilt es Vitamine zum Beispiel in Form von Gimchi oder auch Kimchi zu sich zu nehmen.

Vor ein paar Wochen startete ich ja bereits den Versuch Kimchi selbst herzustellen. Der Versuch ging zwar nicht wirklich schief aber war kein Vergleich zu Kimchi wie man es selbstgemacht in einigen koreanischen Restaurants zu essen bekommt.

In der Dose gibt es verschiedene Varianten. Eine im Glas zusammen mit anderem Gemüse fand ich ziemlich daneben da süß und ohne jede Schärfe. In Dosen hatte mich erstmal die Zutatenliste abgeschreckt. Vegetarier Obacht! In vielen Sorten wird Sardellenpaste mit verarbeitet. Wenn die fehlt dann hat man die Wahl zwischen dem einen Geschmacksverstärker und dem anderen. Ich nehme das kleinere Übel und versuche die Dose mit Mononatriumglutamat oder eben auch E621.

Kimchi besteht oft aus Chinakohl aber es gibt unzählige Rezepte mit anderen Gemüsen. Sehr viele Rettich-Kimchi-Variationen aber zu allermeist mit Chinakohl, Knoblauch, Chillipulver, Frühlingszwiebeln. Und in der Dose?

Dito. Alles drin was zu einem Kimchi gehört. Naja, der Geschmacksverstärker muß nicht sein, aber gut. Wie schmeckt es? Lecker, wirklich lecker! Da Kimchi fermentiertes Gemüse ist leidet es nicht in der Dose. In Korea wird Kimchi in Tontöpfen, ähnlich unserer Sauerkrauttöpfe gelagert. Dose – Tontopf ist doch kaum ein Unterschied *l*.

Also, wer Kimchi mag und zu faul ist es selbst herzustellen und keinen frischen Lieferanten kennt, dem kann ich diese Dose(n) wirklich empfehlen. Noch ein wenig frische Frühlingszwiebeln dazu und etwas Sesam und voll lecker.

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Kimchi

Heute wurde die Kimchi (ursprünglich Gimchi, Koreanisches Nationalgericht) Produktion begonnen. Ich bin sehr gespannt wie es wird da das Rezept locker 1000 Jahre alt ist.

Begonnen wurde damit das der gewaschene Chinakohl in eine 6-10%ige Salzlacke eingelegt wurde um Wasser zu verlieren. Die Schnittenden sollten dabei nicht „unter Wasser“ liegen damit sich die Blätter nicht vollsaugen.

Mit einem Teller beschweren und nich Gewicht drauf bringen so das alle Blätter in der Lake liegen. Maximal 30 Stunden so eingelegt, kühl ruhen lassen.

Nach ca. 20 Stunden werden die Blätter abgewaschen und ich stecke ein Bambusspieß durch den Strunk und hänge die Blätter so auf das sie in ca. 1 Stunde abtropfen

Während der Abtropfzeit bereite ich die Würzmischung. Dazu nehme ich 1 EL geräuchertes Paprikapulver (normales geht auch), 1 EL Pul Biber und einen halben TL roten Habanero.

Ein mittelgroßer geschälter Rettich (weiß oder rot) wird fein geraspelt und ausgepresst. Mit dem Paprika, kleingeschnittenem Grün von 2 Frühlingszwiebeln, 6 georesste Knoblauchzehen, 1 EL gepresster Ingwer und 3 EL klein geschnittenes Koriandergrün vermengen.

Dann eine halbe Tasse Jasminreis mit 1 EL Korinadersamen gut rösten und im Mörser zu Mehl mörsern. Da Mehl mit Wasser für ca. 15 Minuten kochen bis ein dicker Brei entsteht. Immer wieder Wasser zugeben wenn der Brei zu dick wird. Kurz vor Ende einen EL Sojasoße zugeben.

Den gerösteten „Reisbrei“ abkühlen lassen und mit der Gewürzpaste vermengen. Nun die Chinakohlblätter vom Bambusspieß streifen und die erste Lage in ein Gefäß geben. Ich habe mich mangels koreanischem Tontopf für ein großes Tupper entschieden *gg*. Dabei aufpassen das die Blätter nicht Schaden nehmen.

Nun die Gewürzmischung auf die Blätter streichen und immer wieder Blatt, Gewürzmischung, Blatt abwechseln.

Ich hab noch etwas Salz zugegeben da meine Salzlauge wohl etwas dünn war. Man kann auch mit Sojasoße nachwürzen oder mit was auch immer man Lust hat.

Ich habe dieses Rezept vor ca. 25 Jahren während des Studiums von einem amerikanischen Nachbarn bekommen der viele Jahre in Korea seinen Dienst als GI gemacht hat und eine koreanische Frau hatte. George war ein echt geiler Typ – ruhe in Frieden Alter!

Die Blätter müssen sehr eng gestapelt werden da Luft nicht gut ist und die Fermentierung hindert. Ich habe noch einige Pu Bo?? Blätter aus dem Thailaden drübergestapelt und mit einem Butterbrotpapier abgedeckt. Den Deckel verkehrt herum drauf und beschwert das ein wenig Druck auf den Blättern lastet.

Nun heißt es Geduld und warten. 2 Tage braucht es schon, drei sind auch ok.

Ich werde berichten!

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